Die vier Leuchttürme von Kap Arkona auf Rügen: Ein besonderes Erlebnis zwischen Steilklippen und Bunkern

Aktualisiert: vor 5 Tagen

Ich bin immer wieder begeistert von Leuchttürmen, tollen Landschaften und dem Wasser.
An der nördlichen Spitze der Insel Rügen in der Ostsee gibt es all das und noch mehr.
Jetzt habe ich Kap Arkona zum ersten Mal besucht und es hat sich gelohnt.

Ausgangspunkt ist die als UNESCO-Welterbe anerkannte Hansestadt Stralsund mit der einmaligen Lage am Wasser, den imposanten Bauten der Backsteingotik, dem neu eröffneten Meeresmusem, dem interessanten Ozeaneum und der schönen Altstadt.
Stralsund gilt auch als "Eingangstor" zu Rügen, denn dort verbinden die beiden größten Brücken Rügen mit dem Festland.
Hier sieht man im Hintergrund die neuere hohe Rügenbrücke für Autos und daneben gibt es noch den alten Rügendamm mit Hebebrücke für Autos, Züge, Fahrräder und Fußgänger.
Von Stralsund sind es etwa 70 Kilometer bis Kap Arkona.

Die Tageskarte kostet € 9,50 08/26. Eintritt ist kostenlos aber für verschiedene Dienste wie Transport oder Besichtigungen fallen geringe Kosten an.
Dann geht es weiter zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Bähnchen oder der Pferdekutsche.
Das Areal beinhaltet Kap Arkona mit Peilturm, Schinkelturm, neuem Leuchtturm und kleinem Leuchtturm, Gellort als nördlichsten Punkt der Insel, das Fischerdorf Vitt und Rügens nördlichste Gemeinde Putgarten.

Als erstes geht's zu den bekannten Leuchttürmen am Kap Arkona.
Kap Arkona ist eine 43 Meter hohe, aus Kreide und Geschiebemergel bestehende Steilküste auf der Halbinsel Wittow im Norden der Insel Rügen.

Am Eingang des neuen Leuchtturms wird man gleich von einem Leuchtfeuer begrüßt.
Die ursprünglich im Turm verwendete Leuchteinrichtung bestand aus zwei Kohlebogenlampen und wurde 1995 gegen eine Halogenmetalldampflampe ausgetauscht. Durch sie und die rotierende Dreifachoptik sendet die Laterne des Turmes alle 17 Sekunden drei Blitze aus und ist die einzige offizielle Leuchtturmbeleuchtung auf Kap Arkona.

Der Neue Leuchtturm oder auch Leuchtfeuer Kap Arkona genannt wurde 1905 in Betrieb genommen und ist insgesamt 35 Meter hoch mit einer Feuerhöhe von 75 Meter.
Wer Lust hat kann die 175 Stufen erklimmen, die zur Aussichtsplattform auf 28 Meter Höhe führen.

Ein imposantes Bauwerk und noch ein fantastischerer Blick auf die Landschaft und die Ostsee.
Mehr Leuchtturminfos, Fotos, Besucherinfos und 360 Grad Blick gibt es hier.

Die Beschilderung ist leicht verständlich und zeigt die wichtigsten Gehwege am Kap Arkona.

Der Schinkelturm wurde 1826/27 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel in Backsteinbauweise erbaut und 1828 in Betrieb genommen. Er ist 19,3 Meter hoch und hatte eine Feuerhöhe von 60 Meter. Die Räume des dreigeschossigen Gebäudes nutzte man als Dienst- und Lagerräume.
Am 31. März 1905 wurde er dann außer Dienst gestellt.
Weitere interessante Infos zur Geschichte, zum Leuchtturmwärter, 360 Grad Blick gibt es hier.

Das historische Backsteingebäude, in dem einst der Leuchtturmwärter mit seiner Familie wohnte, beherbergt heute ein kleines Angebot an maritimen Souvenirartikeln, vielfältigen Sanddornprodukten und ein ausgesuchtes Buch-, Kalender- und Postkartensortiment.

Die ursprüngliche Aussichtsplattform des Schinkelturms ist leider nicht mehr als Aussichtspunkt freigegeben.
Im Erdgeschoß befindet sich aber jetzt das nördlichste Standesamt in Mecklenburg-Vorpommern.
Wer an diesem ganz besonderen Ort heiraten möchte, erhält hier weitere Informationen.

Auch eine Gravur dieses Ereignisses ist bei den Leuchttürmen möglich.

Und neben den beiden beeindruckenden Leuchttürmen gibt es noch etwas ...

Verliebte sollten nicht vergessen ihr Liebesschloss mitzubringen und hier zu befestigen. Ein paar Plätze sind noch frei.

Weiter geht es zum dritten und neuesten Leuchtturm auf Kap Arkona.

Der kleine Leuchtturm ist eine moderne Interpretation der historischen Pintsch-Türme. Segmentweise aus Stahl gefertigt, wiegt dieser rund fünf Tonnen und verfügt über eine eindrucksvolle Gürtellinse aus dem Deutschen Technikmuseum Berlin sowie dem Kupferdach des Turmes Langlütjennordsteert.
Weitere Infos zum kleinen Leuchtturm gibt es hier.
Der kleine Leuchtturm wurde am 11. Oktober 2025 eingeweiht und bietet einen kostenlosen Foto-Point. Hierzu den QR-Code am Rücken des Käpt'ns einscannen und ein Erinnerungsfoto direkt aufs Handy erhalten.
Wer an der militärischen Vergangenheit des Ortes interessiert ist:
In direkter Nachbarschaft zu den Leuchttürmen am Kap Arkona befinden sich auch zwei Bunker.
Der ältere Bunker stammt aus der Zeit der Wehrmacht und wurde später von der 6. Grenzbrigade Küste der DDR genutzt.
Der größere, neuere Bunker wurde von 1979 bis 1986 errichtet und diente der 6. Flottille der Volksmarine und der Vereinigten Ostseeflotte (VOF) als Gefechtsstand.
Dieser wurde 1985 enttarnt und nach der Wiedervereinigung stillgelegt.
Wer Interesse daran hat, erhält hier weitere Infos und kann auch eine Besichtigung machen.

Auf dem Weg zum vierten Turm, dem Peilturm, kann die Arbeit des Künstlers und Bildhauers Matzi Müller bewundert werden.
Mehr Informationen dazu gibt es hier.

Der Peilturm auf Kap Arkona wurde 1927 für den militärischen Seefunk errichtet und steht etwas abseits nahe dem Wall der Jaromarsburg. Der Turm diente früher als Peil- und Funkfeuer für die Navigation von Schiffen in der Ostsee.
Er ist 23 Meter hoch.
Über 111 Stufen kann die Aussichtsplattform in 20 Metern Höhe erreicht werden.
Unten ist ein kleiner Laden mit Snacks und Getränken, Kunsthandwerk, Alpaka- und Wollbekleidung und besonderen Erinnerungsstücken.
Weiterführende Infos zum Peilturm gibt es hier.

Von dort geht es über einen für Fußgänger und Fahrradfahrer ausgebauten Hochweg direkt an den 45 Meter hohen Klippen vorbei.

Über diese Treppe kann man herunter bis an den Strand gehen.

Die vier Leuchttürme von Kap Arkona auf Rügen:
Ein besonderes Erlebnis zwischen Steilklippen und Bunkern direkt in der Ostsee.
Vom Hochweg gibt es auch eine Abzweigung in das kleine Fischerdorf Vitt mit gemütlichen Café und Imbiss.

Zurück geht es dann über Putgarten zum Parkplatz.
Etwa 6 km ist die gesamte Strecke am Kap Arkona lang mit mehreren Haltestellen des Bähnchens für alle, die nicht zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind.
Mit hat es sehr gut gefallen und ich werde auf jeden Fall wiederkommen.
Kap Arkona hat auch eine schöne Webseite mit vielen nützlichen Informationen und Webkameras unter www.kap-arkona.de



